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Hafenfeuerlöschrolle

Multiplayer-Simulation für Schiffspersonal

Das Projekt

Projekthintergrund

Das Programm wird am Einsatzausbildungszentrum Schadensabwehr in Neustadt/Holstein zur Ausbildung von Schiffspersonal der Bundesmarine eingesetzt. Es wird als Vor- und Nachbereitung praktischer Übungen genutzt. Das Projekt wurde zusammen mit der Deutschen Marine in derselben Ausbildungsreihe wie das Projekt „Simulation Brandabwehrdienst an Bord von Schiffen“ als Serious Game initialisiert und durchgeführt.

Kaum eine Institution reicht an die Innovationskraft der Bundeswehr heran. Insbesondere im Lernen mit Neuen Medien ist die Bundeswehr in vielen Bereichen Vorreiter. Hierzu gehört beispielsweise der Einsatz von 3D-Szenarien in Bereichen, die zuvor nicht sicher geübt werden konnten, aber nun in der Simulation trainierbar sind.

Herausforderung

Jede einzelne Aktion eines Akteurs hat unmittelbar Auswirkungen auf den Verlauf der Simulation. Die virtuelle Welt muss in der Lage sein, auf jeden denkbaren Fall dynamisch zu reagieren. Alle Aktionen innerhalb eines Durchlaufs werden protokolliert. 25-mal pro Sekunde werden fast 600 Daten erfasst. Dazu kommt die Aufzeichnung der kompletten Echtzeitkommunikation als Audio. Diese protokollierten Daten werden für die Debriefings genutzt.

Lösungsansatz

Es handelt sich bei der „Hafenfeuerlöschrolle“ um eine Multiplayer-fähige Handlungssimulation, in welcher drei Teilnehmer miteinander kooperieren müssen, um eine komplexe Aufgabenstellung zu lösen. Das Ziel besteht in dem Erlernen der Führungsfähigkeiten, welche erforderlich sind, um im Ernstfall sämtliche Aufgaben effizient und fehlerfrei zu lösen. Trainiert werden das Koordinieren von Eingreif- und Rettungstrupps, das Kommunizieren untereinander und nach Außen und das schnelle Reagieren auf unvorhersehbare Ereignisse. Das Beherrschen dieser Fähigkeiten ist zwingende Voraussetzung, um im Ernstfall Gefahren für Leib und Leben der Personen an Bord zu vermeiden, sowie die Schäden am Schiff und Ausrüstung möglichst gering zu halten.

Lösungsumsetzung

Ein Instruktor startet ein Basisszenario und steuert bei Bedarf zusätzliche Ereignisse ein. Er zeichnet die Aktionen der drei Teilnehmer während der laufenden Simulation auf, kann verschiedene Abschnitte markieren und nutzt die Aufzeichnungen für ein abschließendes Debriefing.

Im Hörsaal kann eine beliebige Anzahl weiterer Schüler als Beobachter teilnehmen und die Aktionen ihrer Kameraden verfolgen. Dabei kann jede/r Beobachter/in für sich selbst entscheiden, welcher der drei aktiven Teilnehmer verfolgt wird. Ein Wechsel ist zu jedem Zeitpunkt möglich.

Der Nutzen

Das Programm vereint verschiedene Lehrformen in einem technischen Ausbildungsmittel. Zum einen versuchen die aktiven Teilnehmer der Simulation handlungsorientiert das Problem zu lösen, zum anderen lernt das Auditorium durch Beobachten der aktiven Handlung und wird im Debriefing aktiv in den Lernprozess eingebunden. Anhand der Aufzeichnung des Spieldurchlaufes werden die Aktionen der Spieler unter Einbeziehung der Beobachter aus dem Hörsaal diskutiert, Optimierungspotentiale identifiziert und Fehler analysiert.

Es wurde eine immersive, virtuelle Umgebung geschaffen, in welcher die Lerner eine starke Identifikation mit ihrem Avatar erreichen. Trotz eines fest vorgegebenen formalen Rahmens hat der Lerner die Möglichkeit, innerhalb der Simulationsumgebung frei zu agieren. Ein erfolgreicher Durchlauf durch die Simulation ist ausschließlich dann möglich, wenn die drei Akteure im Team zusammenarbeiten und alle zur Verfügung stehenden Optionen ausschöpfen.